Das Herstellen von Lösungen ist ein wichtiger Bestandteil von fast jedem chemischen und biologischen Experiment weltweit.
Eine Lösung besteht aus einem Stoff, der in einer Flüssigkeit gelöst ist. Der gelöste Stoff wird auch als Solvat und die Flüssigkeit, oder das Lösungsmittel, als Solvens bezeichnet. Die daraus resultierende homogene Flüssigkeit ist die Lösung.
Lösungen werden durch die Konzentration des gelösten Stoffes gekennzeichnet. Die Konzentration gibt an wie viel eines gelösten Stoffes in der Lösung enthalten ist.
Das Ansetzen von Lösungen ist ein relativ einfaches Laborverfahren, aber ungenaues Arbeiten kann den Unterschied zwischen einem erfolgreichen und einem misslungenen Experiment bedeuten.
Die erste Überlegung beim Ansetzen von Lösungen gilt der Sicherheit. Es ist wichtig Sicherheitsvorkehrungen abhängig von den genutzten Chemikalien zu treffen, beispielsweise das Tragen von Handschuhen und einem Laborkittel.
Es gibt viele verschiede Wege eine Lösung herzustellen. Dieses Video zeigt den gebräuchlichsten Weg um eine auf Wasser basierende, oder wässrige, Lösung anzusetzen.
Zuerst bestimmt man die Stoffmenge des zu lösenden Stoffes, die man braucht um eine bestimmte Konzentration zu erreichen. Dann wird dieser Wert unter Einbeziehung der molaren Masse, oder Gramm/Mol, in Gramm umgerechnet.
Die Chemikalien können mit einer digitalen Laborwage und einem Wägeschiffchen abgewogen werden.
Ein graduierter Messzylinder wird danach verwendet, um etwa 3/4 des Endvolumens an destilliertem Wasser abzumessen.
Es ist unerlässlich das wässrige Lösungen mit destilliertem Wasser, und nicht mit Leitungswasser, hergestellt werden. Wenn kein reines Wasser verwendet wird, kann die Qualität des jetzigen Experimentes, aber auch die von späteren Experimenten beeinträchtigt werden.
Nun transferiert man das destillierte Wasser in ein Becherglas das auf einer Magnetrührplatte steht und ein Rührstäbchen enthält.
Der abgemessene zu lösende Stoff kann dann langsam, unter konstantem Rühren, zu dem destillierten Wasser zugegeben werden. Das Rühren hilft den Stoff im Lösungsmittel aufzulösen. Die Anwendung von Wärme kann den Lösungsprozess vereinfachen.
Wenn alle zu lösenden Stoffe im Lösungsmittel gelöst sind, kann der pH-Wert der Lösung mit einem pH-Meter eingestellt werden. Um den pH-Wert zu erhöhen gibt man Natriumhydroxyd zu der Lösung. Um den pH-Wert zu senken fügt man verdünnte Salzsäure zu der Lösung hinzu. Die Säure oder Lauge sollte langsam zu der Lösung hinzugegeben werden, da sich der pH-Wert schnell verändern kann.
Man kann auch pH-Messpapier verwenden, um den pH-Wert zu messen. Die Messungen eines kalibrierten pH-Meters sind jedoch genauer.
Die Lösung wird dann mit Hife eines Trichters in einen volumetrischen Glaskolben gefüllt und das endgültige Volumen wird aufgefüllt. Das Auffüllen wird auch als QSing bezeichnet von quantity sufficient.
Es ist sicherzustellen, das der Meniskus mit der Beschriftung auf dem volumetrischen Glaskolben übereinstimmt. In einer wässrigen Lösung ist der Meniskus konkav und sollte am niedrigsten Punkt der Wölbung abgelesen werden.
Für die biologische Forschung, speziell für das Arbeiten mit lebenden Zellen, sollten Lösungen sterilisiert werden. Sterilisation kann durch Autoklavieren erreicht werden, wobei die Lösung hohen Temperaturen unter hohem Druck ausgesetzt wird.
Alternativ kann die Lösung sterilisiert werden, indem sie durch einen 0,22 Mikrometer Filter gefiltert wird, wodurch alle bakterielle Zellen rausgefiltert werden.
Jetzt da wir einen grundsätzlichen Überblick haben wie man Lösungen ansetzt, ist es Zeit uns Lösungen anzuschauen, die oft in Labors verwendet werden.
In der biologischen Forschung sind viele Lösungen dafür konzipiert, dass sie physiologische Flüssigkeiten imitieren. Diese Lösungen sind gepuffert, was bedeutet das sie in bestimmten pH-Bereichen resistent gegenüber pH-Wert Schwankungen sind. Normalerweise wird der pH-Wert bei ~7.4 gehalten, um intrazelluläre und extrazelluläre Flüssigkeiten zu simulieren.
Eine Phosphat-gepufferte Salzlösung (oder PBS), ist ein häufig verwendeter Puffer in der biologischen Forschung, der einen physiologischen pH-Wert und Osmolarität imitiert. Die Osmolarität bezieht sich auf die gesamte Stoffmenge des zu lösenden Stoffes in der Lösung. Zum Beispiel, 1 mol NaCl dissoziert in Natrium und Chlorid Ionen wenn es gelöst ist, so dass 2 osmol in der Lösung enthalten sind. Die Ionenkonzentration von PBS entspricht der von Zellen. PBS ist daher eine isotonische Lösung, was bedeutet das die Menge von dem gelösten Stoff ausserhalb der Zelle die Gleiche ist wie im Inneren der Zelle. PBS besteht aus verschiedenen Salzbestandteilen und Wasser. Diese Salze enthalten Phosphatgruppen, die dazu beitragen einen konstanten pH-Wert zwischen 7,2 und 7,6 beizubehalten.
Häufige Anwendungen von PBS sind zum Beispiel das Waschen von Zellen und das Verdünnen von biologischen Molekülen, beispielsweise von Proteinen.
Die Elektrolytkonzentration der künstlichen Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (ACSF) ähnelt der Elektrolytkonzentration der “echten” Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit. Diese Lösung muss frisch zubereitet werden. Der pH-Wert, die Osmolarität und die Ionenzusammensetzung sollten genau geprüft werden um den in vivo Bedingungen zu entsprechen.
ACSF wird oft für elektrophysiologische Untersuchungen verwendet, um Gehirnscheiben vorzubereiten und zu perfusieren. Sie kann auch als extrazelluläre Lösung während Patch-Clamp Messungen verwendet werden.
Ringer’s Lösung ist eine in der biologischen Forschung oft verwendete isotonische Salzlösung mit einem ausgeglichenen pH-Wert. Sie wird oft in in vitro Experimenten mit Organen und Gewebe verwendet.